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In der Kunstrezeption ist Francis Bacon als Meister der Gewaltdarstellung zelebriert worden, ein Ruf, den der Maler selbst unerschütterlich kultivierte. Weil die Gewalt in seinem Werk sowie in dessen Rezeption eine so zentrale Rolle spielt, verdient sie, genauer betrachtet zu werden. Von formalen Aspekten der Bilder ausgehend, wird zunächst das Instrumentarium dargestellt, das der Maler einsetzt, um Grausamkeit bildhaft umzusetzen. Während die Repräsentationsziele gleich bleiben, läßt sich eine beträchtliche Veränderung der Repräsentationsmittel in Bacons Werk beobachten, die am Beispiel einiger Gemälde nachgezeichnet wird. Die Bedeutung dieses Wandels wird sowohl in bezug auf das Vorhaben des Malers erörtert als auch hinsichtlich seiner triebhaften und ökonomischen Determinanten untersucht, und zwar vor dem Hintergrund der Konzepte von Michel de M'Uzan zum Wesen des Bösen. Dabei wird deutlich, daß das Gewaltthema bei Bacon weder einen Beitrag zur Gesellschaftskritik darstellt, wie das die meisten seiner Kritiker gerne glauben wollen, noch es sich dabei um eine spielerische Übung handelt, sondern um ein hochgradig seriöses Unterfangen, dessen Unausweichlichkeit und Dringlichkeit nicht zu übersehen ist. Deshalb wird abschließend die Funktion des Greuels in seinem Werk diskutiert.
»Ich bin die Wunde und das Messer, das Opfer und der Henker.«