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Die Frage der Beziehung von Systemtheorie und Psychoanalyse ist bisher von PsychoanalytikerInnen im deutschsprachigen Raum insgesamt eher selten und dann mit verschiedenen Akzenten thematisiert worden. Während Thomas Plänkers (1986, 1995) kritisch konstatiert, »daß eine Verbindung von Psychoanalyse und Systemtheorie in dem Maße möglich erscheint, wie die psychoanalytische Theorie selber konfliktferner formuliert wird«, haben Claudia Sies und Tobias Brocher (1986, 1990) mit Hilfe der Systemtheorie das alte Freudsche Versprechen einer biologischen Fundierung psychischer Vorgänge einzulösen versucht. Kurt Buchinger (1997) hat Systemtheorie und Psychoanalyse im Hinblick auf Supervisionsprozesse miteinander ins Gespräch gebracht, und Luc Ciompi (1982) hat denselben Ansatz in bezug auf die Affektforschung verfolgt. Peter Fürstenau (1988) plädiert gar für einen »Paradigmenwechsel«. Er meint, mit Hilfe systemtheoretischer Annahmen den strukturellen Ich-Störungen therapeutisch besser gerecht werden zu können. Sicher aber am verbreitetsten sind hierzulande solche Bemühungen der Integration von Psychoanalyse und Systemtheorie bisher im Bereich der Familientherapie unternommen worden (z. B. Simon, 1988). Besonders an dieser Stelle wird freilich auch eine gewisse Beschränkung dieser Bemühungen sichtbar: das systemtheoretische Referenzmodell ist in aller Regel Niklas Luhmanns Modell einer Theorie sozialer Systeme. Andere Ansätze, wie z. B. der am Londoner Tavistock-Institute-for-Human-Relations seit Jahrzehnten erprobte Ansatz (Weimer, 1999), finden erst jetzt langsam im deutschsprachigen Raum Aufmerksamkeit. Daß diese deutsche »Nachträglichkeit« mit der Referenz auf kleinianische Konzepte in diesem Modell zusammenhängt, scheint mir eine mögliche Interpretation zu sein.
Es ist also sehr zu begrüßen, daß nun eine profunde Studie zu der Frage der Kompatibilität von Psychoanalyse und Systemtheorie von systemtheoretischer Seite vorliegt, zumal diese Arbeit an nichts weniger als dem Fu