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Anhand zweier Gedichte und ihrer Auslegung, Celans »Ein Blatt« und Brechts »An die Nachgeborenen«, die beide vom Erinnern an das Leiden der Opfer des NS-Terrors und vom Umgang mit der Erinnerung daran sprechen, vergegenwärtigt die Autorin das einfühlungslose Sprechen und das auf Verdrängung Spekulierende der Dankrede Martin Walsers anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1998; aber wie der Applaus am Ende der Rede Walsers veranschaulicht, sprach dieser der überwiegenden Mehrheit seines Publikums aus dem Herzen: Zeugnis dafür, daß die Trauerarbeit um unsere verbrecherische Vergangenheit noch keineswegs abgeschlossen ist.