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»Und ich fürchte, Freud nahm mehr Kokain, als er sollte, auch wenn ich das nicht erwähne«
Die Probleme, die aus den Briefen der Bernfelds deutlich werden, sind sehr viel komplexer. Auch hier läßt sich beobachten, wie sich persönliche Spannungen und Interessen überschneiden. Gleichzeitig aber wird ein erster Versuch — und damit die Notwendigkeit — erkennbar, die Biographie Freuds und, wie ich glaube, die Geschichte der Psychoanalyse allgemein mit den Instrumenten und Methoden der historischen Forschung anzugehen. Dennoch lassen sich die möglichen ideologischen Implikationen dieser Methoden und ihrer Anwendung nicht übersehen, genausowenig wie Anna Freuds Abwehr und Kontrolle.
Aus vielerlei Gründen (die sich natürlich durch eine Untersuchung der Briefe der Bernfelds an Anna Freud, der Briefe Anna Freuds an Ernst Kris und Kurt Eissler sowie der Briefe der Bernfelds an diese beiden ebenfalls nach Amerika emigrierten Wiener Analytiker klären ließen), einschließlich einer Reihe von Äußerungen und Interpretationen in der Arbeit der Bernfelds über den frühen Freud, begann Anna Freud, Jones gegen die Bernfelds auszuspielen. Auch hier läßt sich — abgesehen von Jones spezifischen Charakterzügen — das gelegentlich taktische, abgekartete Zusammenspiel von Anna Freud und Jones sowie dessen Folgen für die Biographie beobachten. Grubrich-Simitis (1981), die im Zusammenhang ihrer Edition und Einleitung der Bernfeldschen Pionieressays zur Freud-Biographik schon zwischen 1975 und 1980 die Papiere und Briefe der Bernfelds in der Kongreßbibliothek in Washington einsehen und die Zusammenarbeit zwischen ihnen und Jones rekonstruieren konnte, stellte bei diesen Forschungen fest, daß Jones ganze Passagen aus deren Aufsätzen verbatim übernommen hatte, ohne Angabe der Quelle (1981, S. 44ff.). Paradoxerweise wird dies in einem Brief an Anna Freud vom 24. September 1953 von Jones unumwunden zugegeben. Darin berichtet er von gelegentlich negativer Kritik nach Erscheinen von Band I seiner Biographi