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Interdisziplinärität stellt einen ebenso häufig vorgebrachten wie schwer einzulösenden Anspruch dar. Erscheint es für zahlreiche Fragestellungen notwendig, die mitunter eng abgesteckten Grenzen einzelner Disziplinen zu überschreiten, erweist es sich im konkreten Fall als schwierig, ihre theoretischen und methodischen Traditionen sinnvoll und kompetent zueinander in Beziehung zu setzen. Aus diesem Dilemma können nur solche Wege herausführen, die weder in der schlechten Endlosigkeit sophistischer methodologischer Selbstvergewisserungen steckenbleiben noch wildwüchsig und beliebig Methoden und Theorien auf Gegenstandsbereiche anwenden, die dafür nicht geeignet sind. Eine kunstvolle Lösung kann im vorsichtigen oder auch spielerischen Annähern bestehen, wie auch darin, die Gegenstände, die interdisziplinär untersucht werden sollen, in ihren einzelnen Facetten sachkundig zu präzisieren.
Nun ist gerade die psychoanalytische Theorietradition genuin und strukturell dadurch gekennzeichnet, daß ihre Erkenntnisinteressen über die Disziplinen hinausgreifen und die Auseinandersetzung mit den Verbindungsmöglichkeiten herausfordern — wenngleich sich innerhalb der Psychoanalyse ein Bereich etabliert hat, der sich ausschließlich auf klinisch-therapeutische Fragen konzentriert. In einer psychoanalytischen Tradition, die ihre Interessensgebiete nicht allein auf die Behandlungen reduziert, steht der von Christa Rohde-Dachser 1998 herausgegebene Sammelband Verknüpfungen: Psychoanalyse im interdisziplinären