You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Metaphern sind konstitutiv für die Genese wissenschaftlicher Theorien, und auch Freud ersann für die bei seinen Forschungsarbeiten entdeckten Phänomene sprechende Metaphern: das Ich, das Es, das Über-Ich, Verdrängung, Widerstand etc. Der Autor arbeitet zwei Funktionen der Metapher im Freudschen Werk heraus: die theorieproduktive Metapher, die für die Entwicklung bestimmter psychoanalytischer Erklärungszusammenhänge wichtig ist und eine neue Sichtweise bzw. Begrifflichkeit vorschlägt, und die geradezu gegensätzliche Metapher, die die Vermittlung psychoanalytischer Erkenntnisse gewährleistet, den »Kontakt mit der populären Denkweise« sicherstellt und schließlich als Fach-Termini bestehenbleibt. Am Beispiel zweier Metaphern der Fehlleistungstheorie — der Interferenzmetapher und der Kompromißmetapher — sowie der Begriffe der Verdrängung und der Kastrationsangst untersucht der Autor sowohl den theoretischen Nutzen der Freudschen Metaphorik als auch die darin angelegten theoretischen Fehlinterpretationen und Mißverständnisse, wie sie beispielsweise bei Adolf Grünbaum oder Jacques Lacan deutlich werden.