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Wie die Autorin schon in ihrem Vorwort ankündigt, handelt es sich bei der vorliegenden Arbeit um die literarhistorisch-textkritische Einführung zu einer umfassenden »eigenen Untersuchung zum psychodynamischen Verständnis der Suizidalität von Frauen«, als »kritische Analyse der bestehenden Erklärungsmodelle«. In diesem klar umrissenen Rahmen wird uns eine erstaunliche Fülle von Literatur aller Bereiche der Psychiatrie, Psychologie und Soziologie sowie aus Novellen und Romanen verschiedener Kulturen vorgelegt und kritisch gesichtet. Dabei wird es immer klarer, wieweit das Verständnis der Suizidalität bei Frauen durch theoretische und kulturelle Stereotypien und Mythen eingeengt und verbaut wird. Ein schönes Beispiel steht in der Zusammenfassung des ersten Teiles, der einer »kritischen Reflexion der epidemiologischen, medizinisch-psychiatrischen und soziologischen Erklärungsmodelle der Suizidalität« gewidmet ist: »Das männliche Suizidverhalten ist stets normsetzend, von dem aus Ableitungen für die Suizidalität von Frauen getroffen werden. Die Tatsache, daß es der Mann ist, der weitaus häufiger als die Frau den Tod durch Suizid stirbt, wird mit Hilfe einer biologistischen Argumentation verdeckt und verleugnet […] Die Natur und die damit analog gedachte Frau wird mal als schön und sinnlich und dann wiederum als von zerstörerischen und dämonischen Kräften beherrscht imaginiert. Die Frau ist und bleibt ein Opfer ihrer Natur, der Mann hingegen ist ein Leidender an der Welt. »She died for love and he for glory« verfestigte sich zu einem unumstößlichen Mythos, so als begehrten Frauen nicht auch Autonomie und Individuation und als suchten Männer nicht nach dem Glück der erfüllten Liebe […] die Frau auf den Status des Opfers gesellschaftlicher Strukturen zu reduzieren, hieße, erneut ihr die Subjektivität abzusprechen« (S. 116 f.).
Der zweite, größere Teil der Studie gilt der »kritischen Reflexion der psychoanalytischen und psychodynamisch orientierten Erklärungsmodelle«. Sehr zu