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Psychologie und Psychoanalyse haben zueinander ein schwieriges und durchaus
streitbares Verhältnis. Das Problem, das Psychoanalytiker mit Psychologen haben, besteht darin, daß diese häufig von der Psychoanalyse, von der klassischen und noch viel weniger von der modernen, nur wenig Kenntnis besitzen. Jedoch ist das auch oft umgekehrt der Fall. Eine Gelegenheit für den an der Psychologie interessierten Psychoanalytiker, dies zu ändern, ist die Lektüre des neuen Kröner-Lexikons der Psychologie.
Dieses Lexikon bietet nicht nur Definitionen, sondern informiert auch über die zum jeweiligen Begriff gehörenden Theorien und Forschungsergebnisse. Es vermittelt einen Wissensstock der Psychologie, der sowohl die historischen Linien als auch neue, ja neueste Forschungsergebnisse umfaßt.
Das Lexikon enthält zahlreiche benutzerfreundliche Besonderheiten, wie z. B. die, daß es systematisch in drei gestaffelten Schwierigkeitsgraden geschrieben ist. Außerdem wurden alle längeren Artikel in lexikalische Standardelemente zerlegt: Theorien, historische Information, Würdigung, Kritik, terminologische Probleme, Literaturempfehlung, Vertiefung und Details.
Für den Psychoanalytiker ein Eichmaß ist natürlich die Frage, wie die Psychoanalyse abgehandelt wird. Und da ist dieses Lexikon eine erfreuliche Ausnahme unter vielen vergleichbaren Werken: die Psychoanalyse wird kenntnisreich, zwar kritisch, aber durchaus fair dargestellt. Da das Lexikon kein Lexikon der psychischen Störungen und Therapieformen ist, konzentriert es sich auf die grundlagenrelevanten Aspekte der Psychoanalyse. Die Darstellung der Freudschen Theorien ist von einer Differenziertheit, die ansonsten nur von psychoanalytischen Fachlexika erreicht wird. Ausführliche Hinweise auf neuere Entwicklungen sind immer vorhanden. Der Übersichtsartikel »Psychoanalyse« ist der längste Artikel des Lexikons. Ausführlich wird auf das problematische Verhältnis von Psychoanalyse und Psychologie hingewiesen, ebenso ausführlich auf die Kritik der