You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Körper hat an Präsenz gewonnen. Zumindest für die psychoanalytische Fachliteratur gilt, daß die Aufmerksamkeit, die dem Körper zuteil wird, in den letzten Jahren zugenommen hat. In diesem Zusammenhang wird gerne der Titel Die Wiederkehr des Körpers zitiert (Kamper u. Wulf, 1982). In Vergessenheit gerät dabei oft, daß das Apriori der Wiederkehr des Körpers seine vorangegangene Abwesenheit ist. Durch die bürgerlichen Wissenschaften — Medizin und Psychologie — wird die Trennung von Soma und Psyche vollzogen. Eine Trennung, der sich auch die Bemühungen um ihre Aufhebung nur schwer entziehen können. In den Krankheitskonzepten der psychosomatischen Medizin manifestiert sich vielfach die kartesianische Trennung von Körper und Geist in einer Weise, die Descartes auf eigene Weise zur Geltung bringt: Die Psyche ist es, die eine Wesenseinheit des Menschen schafft, der Körper hat in diesem Sinne keine gestaltende Funktion — er wird mechanistisch und, in der Beziehung zur Psyche, als reaktiv begriffen. Die Schwierigkeiten bei der Überwindung dieser verkürzenden Sichtweise liegen möglicherweise in der damit verbundenen Anerkennung der »Sozialität des Leiblichen« (Lorenzer, Intimität und soziales Leid, 1984). Diese Vorstellung von der gesellschaftlichen Gewordenheit des Menschen muß notwendig ausgeblendet werden. Sie berührt Konstruktionen, die in hohem Maße mit gesellschaftlichen Interessen verbunden sind, wie z. B. das Geschlecht. Oder den erkrankten Körper.
Eine Studie zur inneren Repräsentanz des erkrankten Körpers, zum Körper als Selbst und Objekt, legt nun Udo Porsch vor. Eine kurze, skizzenhafte Darstellung, eine Vorarbeit, so mögliche Bedeutungen des Begriffs Studie. Aber dieses Verständnis würde fehlleiten, da die Darstellung psychoanalytisch-psychosomatischer Krankheitskonzepte