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Die Frage ist heute noch in der Psychoanalyse so umstritten wie früher: Wie läßt sich der Übergang vorstellen von bloßer physiologischer Erregung und deren Abführung hin zu symbolträchtigen Affekten?
Der französische Psychoanalytiker und Psychosomatiker Daniel Rosé hat ein grundlegendes Werk zur Aufhellung dieser Frage vorgelegt, die für die psychoanalytische Theorie der Subjektwerdung und damit für die Praxis entscheidende Bedeutung hat. Rosé fragt sich, was man mit Patienten macht, bei denen eine überstarke Erregung entweder das ganze Terrain besetzt oder aber, im Gegenteil, wo diese wie hinter Riegeln eingesperrt zu sein scheint. Es handelt sich hier um klinisch weit verbreitete Phänomene, die man nicht nur bei psychosomatisch erkrankten Patienten, sondern auch beim sogenannten Durchschnittsneurotiker antrifft, dann etwa, wenn es zu plötzlichen Regressionen im analytischen Prozeß kommt mit entsprechender Erregungsüberflutung. Man ist dann mit den verheerenden Wirkungen des plötzlich nicht mehr legierten Todestriebes konfrontiert, so wenn der übererregte und leidende Körper im Vordergrund steht wie eine tickende Bombe, das Symptom aber gerade nicht Träger eines unbewußten Sinns ist, sondern die ganze Psyche-Soma-Einheit des Menschen wie von einem Nichts aufgefressen zu werden scheint.
Rosé geht davon aus, daß jede Erregung, selbst die rudimentäre, weil scheinbar rein körperliche, des Säuglings, immer schon einen gerichteten Sinn hat, und zwar aus dem einfachen Grund, weil Abfuhr etwa von innen nach außen erfolgt, also bereits ein Ziel hat, und außerdem nach einem bestimmten individuellen zeitlichen Rhythmus verläuft. Wie kommt es zu der Erweiterung dieser eindimensionalen Richtung in eine mehrdimensionale? Wie kann man sich die Schaltstelle bzw. den Katalysator denken zwischen Quantität und Qualität, zwischen Soma und Psyche, zwischen frei flottierender Erregung und Triebvorstellung, zwischen Stärke und Sinn?
Rosé kommt auf das Freudsche Konzept des primären erogenen