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Freuds Beschreibung und Erklärung der negativen therapeutischen Reaktion war beeinflußt durch Erkenntnisse, die er in der Analyse von Joan Riviere gewann. Ihre Analyse bei Ernest Jones war zuvor an privaten Überschneidungen und Verstrickungen gescheitert. Dem Briefwechsel zwischen Freud und Jones ist zu entnehmen, in welchem Ausmaß Riviere von beiden Männern funktionalisiert wurde. Es scheint, als seien sie in die Falle der unbewußten Reinszenierung der Ersatzkindproblematik Rivieres geraten. Diese mußte unanalysiert bleiben, da die induzierte Gegenübertragung nicht reflektiert wurde. In ihrer eigenen Konzeption der negativen therapeutischen Reaktion nimmt Riviere das Konzept der depressiven Position, das Melanie Klein kurz zuvor herausgearbeitet und beschrieben hatte, zum Ausgangspunkt ihrer Überlegungen. In seither unübertroffen eindrücklicher Weise stellt sie dar, vor welch schwierige und manchmal unlösbare Aufgaben die Bewältigung der Ängste und des psychischen Schmerzes der depressiven Position uns stellt.