You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In seinem 1999 erschienenen Buch formuliert der Autor Jobst Finke zwei Anliegen: der Zersplitterung der Therapieszene durch integrative Ansätze entgegenzuwirken und eine anschauliche, systematische Praxisanleitung für Psychotherapeuten zu geben. Jobst Finke erweist sich in diesem Buch als einfühlsamer, erfahrener Kliniker und als ein mit umfangreichem und detailliertem Wissen ausgestatteter Theoretiker.
Auf nur knapp 150 Seiten beschreibt der Autor vier zu unterscheidende Beziehungsgestalten zwischen Psychotherapeut und Patient: Arbeitsbeziehung, Alter-Ego-Beziehung, Übertragungsbeziehung und Dialogbeziehung. Finke verbindet dabei eine für die Verständlichkeit des Textes notwendige Redundanz mit einer konzentrierten Dichte der Darstellung. Der Autor macht den Leser mit den vier genannten Interaktionsmustern vertraut, indem er zunächst ihre Charakteristika und Funktionen beschreibt und dann ihre Konsequenzen für die Behandlungstechnik darstellt. Bei der Besprechung der Behandlungstechniken geht er auf die Widerstandsanalyse mit besonderer Aufmerksamkeit ein. Indikation und Risiken der einzelnen Beziehungsmuster werden am Ende eines jeden Kapitels diskutiert.
Auf der Folie der vier Interaktionsmuster behandelt Finke ausschließlich die einsichts- und konfliktorientierten Verfahren. Die Auswirkungen der verschiedenen Behandlungsansätze auf die Beziehungsgestaltung zwischen Therapeut und Patient und die sich daraus ergebende Behandlungstechnik werden dargestellt. Den analytischen und den gesprächspsychotherapeutischen Verfahren widmet der Autor hierbei besondere Aufmerksamkeit.
Finkes Plädoyer für integrative Ansätze in der Psychotherapie verwischt nicht die zum Teil fundamentalen Unterschiede in den Behandlungsansätzen und spricht keiner groben Vereinfachung das Wort. Sein Buch verdeutlicht aber, daß bei einsichts- und konfliktorientierten Verfahren alle vier Interaktionsmuster ihre Bedeutung haben. Selbst die für einen Analytiker eher abwegig erscheinende Dialogbeziehung