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Dieses Buch ist eine Fundgrube. Wer Geschichten liebt, der kann sich von Lotte Köhler erzählen lassen, welche Erinnerung sie an Melanie Klein von dem Internationalen Kongreß der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung IPA in Kopenhagen 1959 erhalten hat: anmaßend in ihrem Auftreten, die Redezeit trotz mehrfacher Hinweise der Moderatorin maßlos
überziehend und schließlich ihr Kinn mit einer Gebärde hebend, als wolle sie dem Kongreß endgültig zeigen, daß man ihre Meinungsäußerung nicht ungestraft beschränken könne (S. 172). Ganz anders der Auftritt Jacques Lacans im großen Hörsaal der Chirurgischen Klinik in Strasbourg, den Emma Moersch Ende der 60er Jahre miterlebte: »Er brillierte durch seinen Ideenreichtum und seine sprachliche Eleganz. Er sprach ca. zwei Stunden, schritt dabei die Stufen im Hörsaal auf und ab und tauschte jeweils mit Zuhörern, die er »mon cher« nannte, Gedanken aus« (S. 255). Oder er kann bei Ernest Wolf nachlesen, aus welchen Erfahrungen die Kohutsche Selbstpsychologie in den 50er Jahren entstanden ist: bei ihm aus einer katastrophal erlebten Lehranalyse bei Maxwell Gitelson in Chicago. »Ich wurde chronisch ängstlich und depressiv. […] Es waren die schlimmsten Jahre meines Lebens […] Während er hinter mir saß, schien er nur darauf zu lauern, daß ich etwas sagte, worauf er sich stürzen konnte, um mich zu kritisieren. Stunden und Tage vergingen, ohne daß er auch nur das Geringste sagte. Gelegentlich teilte er mir ein paar markige Beobachtungen in einem Ton voller Verachtung mit. […] Er war ungeschickt, unfreundlich und uneffektv in seinen Bemühungen, mir zu einer näheren Betrachtung meiner selbst zu verhelfen« (S. 407). Oder er kann sich von Ulrich Ehebald und Ingeborg Zimmermann in die Zeit der Heidelberger Psychosomatischen Klinik unter Alexander Mitscherlichs Leitung zurückversetzen lassen mit ihren vielen — sehr viel positiver erlebten — Gästen wie Paula Heimann oder Michael Balint (S. 91 ff., 444 ff). Es ist der vierte und letzte Band