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Am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld (ZiF) wurde 1994/95 ausweislich der Veröffentlichung einer ganzen Serie von Konferenzen und Tagungen ein Vorhaben über »Historische Sinnbildung« vulgo Geschichtsbewußtsein durchgeführt. Spiritus rector dieses Unternehmens war der Historiker Jörn Rüsen, der als Wissenschaftstheoretiker und Methodologe der Geschichtsschreibung hervorgetreten ist und zu jener Zeit Direktor des Bielefelder Zentrums war. Aus diesem Kontext stammt die anzuzeigende Veröffentlichung, die den mehr oder weniger potentiellen Beitrag psychoanalytischer Theoreme und Methoden zur Historik zum Gegenstand hat -»potentiell«, weil die Psychoanalyse nach wie vor für die Wissenschaft der Geschichte wie für die Sozialwissenschaften insgesamt ein unausgeschöpftes Theorien- und v.a. Methodenreservoir darstellt, während die zählbaren Belege für eine Kooperation der Disziplinen gering sind. Die Auffassung, daß die Psychoanalyse ein derartiges Reservoir darstellt, wird ohne Zweifel von allen Autorinnen bzw. Autoren der Beiträge (wie im übrigen auch vom Rezensenten) geteilt, nicht in allen Beiträgen indessen wird sie plausibel. Dazu unten mehr. Die dunkle Spur der Vergangenheit ist der 2. Band einer Serie von Publikationen mit dem gemeinsamen Titel Erinnerung, Geschichte, Identität.
Pikant nun an der Dunklen Spur der Vergangenheit ist die Tatsache, daß Jörn Rüsens inzwischen emeritierter Bielefelder Historikerkollege Hans-Ulrich Wehler (Stichwort: Gesellschaftsgeschichte) Anfang der 70er Jahre unter dem nüchternen Titel Geschichte und Psychoanalyse einen vergleichbaren Sammelband vorgelegt hat. In seiner Einleitung will der damalige Herausgeber »rechtzeitig« vor einer Überschätzung der Psychoanalyse durch die Geschichtswissenschaft, die er als »historische Sozialwissenschaft« versteht, warnen. (Die Überprüfung des Verhältnisses von »Geschichte und Ökonomie« sowie »Geschichte und Soziologie« durch denselben Autor, in derselben Form und zur sel