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Der Band beginnt mit entwaffnender Offenheit: »Der Trauma-Begriff erlebt zur Zeit in den Geistes- und Kulturwissenschaften eine überraschende […] Konjunktur.« Wer möchte da schon gerne abseits stehen! Die Themen der Beiträge sind so heterogen, wie ihre Qualität unterschiedlich ist. Der Untertitel des Bandes - »Zwischen Psychoanalyse und kulturellem Deutungsmuster« - deutet den Spagat an, auf den die Herausgeberinnen bzw. die Autorinnen und Autoren sich eingelassen haben - v.a. aber die Herausgeberinnen, die sich die Frage gefallen lassen müssen, worin sie ihre Aufgabe gesehen haben, außer die Beiträge zu einem Symposium einzusammeln, das laut Vorwort im November 1996 an der Unversität Zürich stattgefunden hat. Hat schon der Trauma-Begriff in der Psychoanalyse eine höchst bewegte und über längere Zeit subkutane Geschichte, so verläuft sich seine Anwendung als »kulturelles Deutungsmuster«, jedenfalls soweit diese in diesem Band dokumentiert ist, im privatsprachlichen Ungefähr: In einem Beitrag wird ein Trauma »als eine körperliche Einschreibung verstanden« (S. 95) - was ist das, bitte schön? -, in einem anderen hat sich das »traumatische Ereignis [.] als Erinnerungsspur wie ein Fremdkörper in ihrem psychischen Apparat festgesetzt« (S. 166), und an wieder anderer Stelle ist »das Trauma […] dem Gedächtnis immer schon eingeschrieben« (S. 205). Bezeichnenderweise hat der Leser diesen Eindruck des Beliebigen in einem Beitrag wie dem des Architekten Daniel Libeskind überhaupt nicht. Er teilt in einer Art innerem Monolog Assoziationen mit, die einen Planer und Architekten seiner Herkunft überfallen müssen, der Projekte wie den Bau des Jüdischen Museums in Berlin, die Planung des urbanen Raumes am Alexanderplatz oder die Umgestaltung eines Areals neben dem Konzentrationslager Sachsenhausen, das von der SS genutzt wurde, in Angriff nimmt und die dann zu einer konstruktiven Lösung oder auch politischen Konflikten führen. Die terminologisch ungeschützte Verwendung des Wortes Tra