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Die These vom Veralten der Psychoanalyse, in den 60er Jahren von Vertretern der Kritischen Theorie (v.a. Adorno und Marcuse) noch mit Bedauern als Anzeichen dafür formuliert, daß das ich- und überichgeschwächte Subjekt unmittelbar unter Kontrolle der gesellschaftlichen Herrschaftsinstanzen geraten war, erfährt in der Gegenwart eine postmoderne Auferstehung: danach werden traditionelle psychoanalytische Auffassungen eines einheitlichen Ichs mit gleichbleibender Identität angesichts einer »intrapsychischen Pluralisierung der Subjekte« obsolet. Bei aller Skepsis gegenüber unklaren Vorstellungen einer »postmodernen Persönlichkeit« konstatiert der Autor, daß die Tendenz der Subjekte wächst, ein Mehr an inneren Identitätsmöglichkeiten zuzulassen. Anhand der Objektbeziehungstheorie von Winnicott und triebtheoretischer Ansätze Loewalds zeigt er, daß hier ein psychoanalytisches Instrumentarium zu einer die Tendenzen der Zeit angemessenen Fassung des psychischen Innenlebens vorliegt.