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Mit der neu eingerichteten Rubrik verfolgt die PSYCHE das Ziel, dem Film stärker den Platz in der psychoanalytischen Diskussion einzuräumen, den er seit mehr als einem Jahrhundert gesellschaftlich bereits innehat. Daß die Geburtsstunden von Psychoanalyse und Film sich damit nahezu decken, mag ein historischer Zufall sein. Und doch sind Beobachtern früh schon Übereinstimmungen zwischen den Verfahrensweisen des Films — wie Schnitt, Montage, Überblendung etc. — und den psychoanalytisch ausgewiesenen Manifestationen des Unbewußten, insbesondere in der Traumarbeit, aufgefallen. Darüber hinaus gibt der Film Auskunft über geistige und seelische Befindlichkeiten der Protagonisten in ihrer Epoche. Dies alles sind Gründe genug, den Film als Inspirationsquelle psychoanalytischen Denkens ernst zu nehmen.
In lockerer Folge sollen hier psychoanalytische Interpretationen aktueller und klassischer Filme erscheinen und damit, so unsere Hoffnung, eine stärkere Verankerung der Filminterpretationskultur innerhalb der Psychoanalyse ermöglichen.
Eröffnet wird die neue Rubrik mit Mechthild Zeuls Interpretation von Die Sonne, die uns täuscht des russischen Regisseurs Nikita Mikhalkov, der 1995 den Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film erhielt.
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