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In seinem zweiten »kleinianischen« Buch, das erste war das Wörterbuch der kleinianischen Psychoanalyse, stellt uns Robert Hinshelwood die kleinianische Theorie und Praxis vor, wie er sie selbst versteht und wie sie von Melanie Klein und von ihren wichtigsten Schülern verstanden und praktiziert wurde und wird.
Das Buch umfaßt eine Einleitung »für den verblüfften Leser«, 15 Kapitel in drei Teilen und einen Epilog. Hinshelwood läßt Melanie Klein und einige ihrer Schüler in zahlreichen Zitaten zu Wort kommen, die er mit eigenen Kommentaren verbindet. In der Einleitung weist er darauf hin, daß er als Kleinianer in seinem Buch ausschließlich einen kleinianisch klinischen Standpunkt vertreten, die verschiedenen Fallgeschichten nicht von einem anderen psychoanalytischen Standpunkt aus kommentieren möchte, da er sich in dieser Hinsicht nicht als Experte betrachte. Dies darf getrost als zu große Bescheidenheit genommen werden. Robert Hinshelwood ist als ein erfahrener und kluger Psychoanalytiker bekannt, der, wie dies in London —bei Freudianern, »Independents« oder Kleinianern — üblich ist, mit allen drei Orientierungen wohlvertraut ist. Dies ist das ganze Buch hindurch zu spüren: Wenn Hinshelwood seine Fallbeispiele erläutert, behält er im Hintergrund immer eine übergreifende psychoanalytische Position bei. So ermöglicht er dem Leser, die klinischen Beispiele gegebenenfalls auch anders zu interpretieren, ohne daß dadurch der Eindruck entstehen müßte, man hätte den »common ground« der Psychoanalyse verlassen.
Der Autor diskutiert dann die Schwierigkeiten der kleinianischen Sprache. Damit wendet er sich an die Laien in seiner Leserschaft, da in der heutigen Psychoanalyse jeder mit der kleinianischen Sprache vertraut sein dürfte. Melanie Kleins Begriff von »Phantasie« etwa ist keine sprachliche Neuschöpfung, sondern eine altvertraute Möglichkeit, psychische Vorgänge zu begreifen. Nach Hinshelwood ist die Psychoanalyse keine theoretische Disziplin; offenbar betrachtet Hinshelwood,