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Endlich gibt es auch in der deutschsprachigen Literatur ein Buch, in dem einige der wichtigsten Arbeiten von Edna O'Shaughnessy zusammengefaßt sind. Der Titel ist für Psychoanalytiker natürlich ein »eyecatcher« auf jedem Bücherstand. In Kombination mit dem noch recht moderaten Preis wird es — meines Erachtens zu Recht — zahlreiche Leser finden. Die ausgezeichnete Übersetzung besorgte Claudia Frank, Tübingen, die zusammen mit Heinz Weiß das Buch als Band 3 der Reihe »Perspektiven kleinianischer Psychoanalyse« herausgegeben hat.
Edna O'Shaughnessy gehört zu den bedeutenden Analytikerinnen der Londoner »Kleinian Group«. Ihre Arbeiten entfalten sich vor dem ihr eigenen breiten wissenschaftlichen Hintergrund: ihr wissenschaftlicher Ausgangspunkt ist die Philosophie, die sie übrigens auch gelehrt hat. Über die Kinderpsychotherapie kam sie dann zur Psychoanalyse und arbeitet seit langem sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern. Ihre Arbeiten, soweit sie in diesem Buch zusammengefaßt sind, gliedern sich um drei thematische Schwerpunkte:
Teil I befaßt sich mit der unbewußten Phantasie, vor allem ihren klinischen Manifestationen und ihrer Analyse. Zur Vorbeugung von Mißverständnissen: Den Begriff »unbewußte Phantasie« verwendet Edna O'Shaughnessy klar in der Tradition Melanie Kleins und besonders Susan Isaacs, die ja unbewußte Phantasien explizit als »primären Inhalt aller psychischen Prozesse« definierte. An den Anfang stellen die Herausgeber Edna O'Shaughnessys Arbeit: »Die einzigartige Bedeutung unbewußter Phantasien«. Hier beschreibt sie an klinischem Material aus einer Analyse die verschiedenen Phantasien ihres Analysanden und vor allem deren Funktion. Es schließt sich die Arbeit über eine sehr kurze Kinderanalyse an: »Die melancholische Identifikation eines 3 ½ jährigen Knaben mit einem ursprünglichen Objekt«. Der Leser erhält einen prägnanten Einblick in O'Shaughnessys kinderanalytische Technik, die ganz wesentlich vom Erleben in der Stunde und vor allem von