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Kongresse tanzen, Feuerwerke werden gezündet: zu Ehren von hundert Jahren Traumdeutung. Währenddessen zieht das hundert Jahre alte titanische Schiff »Psychoanalyse« durch den Atlantik nach »Neufundland«. Unklar, welcher Steuermann und welcher Offizier gerade auf der Brücke Dienst tun und sich — umgeben von Eisbergen — nicht vom verhofften Fortschritt der Technik als unsinkbar täuschen lassen.
In drei Essays mit dem Titel »Hundert Jahre »Traumdeutung« von Sigmund Freud« ist die Mannschaft hochkarätig: Jean Starobinski, Ilse Grubrich-Simitis und Mark Solms. Kursbestimmend ist ein Reprint der im November 1899 im Verlag Franz Deuticke, Leipzig und Wien, erschienenen und auf 1900 datierten Erstausgabe von Sigmund Freuds Die Traumdeutung. Der Reprint von 376 Seiten wurde 1999 — also nach hundert Jahren — vom Fischer Verlag aufgelegt. Mit ihm zusammen erschienen die drei Essays als Begleittexte im Schuber. Starobinski behandelt »Acheronta movebo — Nachdenken über das Motto der »Traumdeutung««. Grubrich-Simitis beschreibt die »Metamorphosen der »Traumdeutung« — Über Freuds Umgang mit seinem Jahrhundertbuch«. Solms stellt die Beziehung zwischen »»Traumdeutung« und Neurowissenschaften« dar.
Es wäre unverzeihlich, den Reprint als solchen zu übergehen mit dem Argument, die drei Autoren hätten ihn ständig im Blick, würden ihn also gleichsam rezensieren. Das tun sie auch inhaltlich. Grubrich-Simitis beschreibt darüber hinaus die Buchkunst der beiden Vorausexemplare der Erstausgabe bis hin zum Papierüberzug der Buchdeckel, der »lebhaft marmoriert, in grauem Grundton, von Weiß bis Schwarz changierend, mit lichtgrünen Einsprengseln« war. Die liebevollen Beschreibungen lenken den Blick erneut auf den Reprint. Schuber und Buchdeckel geben die Typographie der Erstausgabe im wesentlichen werkgetreu wieder. Schon 1995 hatte der Fischer Verlag mit einem stilistisch übereinstimmenden Reprint des Urbuchs der Psychoanalyse von 1895, den Studien der Hysterie von Breuer und Freud, ein Ehrenmal a