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Sheldon Bach untersucht in dem vorliegenden Werk, der wohl umfassendsten Darstellung der Charakterperversion (vgl. J.A. Arlow, »Charakter Perversion«, 1971), die Charakterprobleme von Verleugnung und Allmachtsphantasie, somit die »Spaltung«. Anders als z. B. Alan Bass, der in seinem Aufsatz »Das Problem der Konkretheit« die fetischistische Perversion thematisiert, legt Sheldon Bach seinen Schwerpunkt stärker auf die sadomasochistische und narzißtische Perversion. Für ihn sind Perversionen Versuche, in simplistischer Weise zentrale Paradoxe der menschlichen Existenz zu lösen oder abzuwehren. Er weist damit auf die grundlegenden Unterschiede des Daseins hin: Einssein und Getrenntheit, Subjektivität und Objektivität, männlich und weiblich, Kind und Erwachsener, innerlich und äußerlich. Zwar hätten alle seine Patienten Schlagephantasien, aber Probleme der Trennung und Individuation seien von ebenso großer Relevanz: Erstere spiegeln die früheren Störungen der letzteren wider, die insbesondere in Form gestörter Objekt- und Selbstkonstanz zum Ausdruck kommen. Diese Patienten denken in Entweder-Oder-Dichotomien, suchen dominant-unterwürfige Beziehungen und nehmen die Welt von ausschließlich subjektiven oder objektiven Standpunkten wahr. Die Verleugnung der Scham und des Todes spielt bei diesen Störungen eine zentrale Rolle. »Sadomasochistische Beziehungen […] entstehen aus einer Abwehr gegen einen traumatischen Verlust, der nicht genügend betrauert wurde, sowie aus dem Versuch, diesen wiedergutzumachen« (S. 4).
Eine Form dieser grandiosen Verleugnung ist die Überobjektivierung und damit die Entmenschlichung der Person und all ihrer Beziehungen (S. XIX). Die Sprache der Perversion ist die der Dehumanisierung. Ähnlich faßte schon A.M. Cooper 1989 (»The narcissistic-masochistic chrakter«) und 1991 (»The unconscious core of perversion«) Perversion als dehumanisierte Sexualität und sexualisierte Dehumanisierung. Das gilt nun ganz besonders für die Charakterperversion.
Bach stellt