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In Wien wurde Freud durch eine Ausstellung unter dem Titel »Konflikt und Kultur« differenziert gewürdigt, und zwar im »Aurum« der Nationalbibliothek am Josefsplatz vom 22.10.1999-6.2.2000; dazu gab es eine Zusatzausstellung »Psychoanalyse in Bewegung« in der Berggasse 19, die bis zum 2. April verlängert worden war. Bei der Ausstellung in der Österreichischen Nationalbibliothek handelte es sich um eine gemeinsam mit dem Sigmund Freud-Museum Wien und dem Freud Museum London organisierte Ausstellung der Library of Congress in Washington, die in Europa nur in Wien zu sehen war. Beide Wiener Ausstellungen wurden nach Angaben des Sigmund Freud-Museums Wien von rund 31 000 Interessenten besucht.
Neben der Ausstellung in der Nationalbibliothek fand gleichzeitig im Votiv Kino zwischen dem 21.1.-27.1.2000 ein ungewöhnlich spannendes Begleitprogramm statt zum Thema »Psychoanalyse im Film«, in dem neben klassischen Filmen aus den 40er und 50er Jahren auch viele Kostbarkeiten, etwa Stummfilme von 1903 und 1918, gezeigt wurden, die die Themen der Psychoanalyse aufgriffen.
Zur Hauptausstellung »Konflikt und Kultur« in der Nationalbibliothek: Die Ausstellung war übersichtlich eingeteilt in die verschiedenen Lebens- und Schaffensperioden Freuds von der Kindheit über die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten bis zum Exil in London.
Faszinierend an dieser Ausstellung die Exposition der Originale: etwa die Geburtsurkunde, auf dem die mosaische Abstammung ersichtlich ist, das exquisite Abiturzeugnis und mannigfache handgeschriebene Manuskripte Freuds. Diese auf einem für uns heute vollkommen ungewöhnlichen Format. Ebenfalls zu sehen die Erstausgaben von Schriften Freuds, Berta Pappenheims, Doolittles, der frühen Kritiker von Freud wie Placzek und Aschaffenburg in Heft 11 der Süddeutschen Monatshefte von 1931 usw. Die Ausstellung zeigt Freuds große Fälle wie Anna O., den Fall Dora und den Wolfsmann, dessen Aquarell mit den Wölfen die Betrachter in den Bann zog.
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