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Interkulturelle Therapien sind in einem verstärkten Maße dem Gefühl von Fremdheit und Unsicherheit ausgesetzt. Allerdings zeigt die Autorin in einem ersten, entwicklungspsychologischen Teil, daß die Wahrnehmung und Bearbeitung von »Fremdem« zu entscheidenden Konstitutionsfaktoren des Ich gehören. In dieser Rekonstruktion der Psychogenese des Fremdheitserlebens spielt Blegers »Ambivalenzkonzept« eine tragende Rolle. Unter Rückgriff auf eigene Erfahrungen als »Fremde« und auf der Grundlage konkreter Fallbeispiele widmet sich die Autorin im zweiten Teil dem interkulturellen therapeutischen Prozeß. Dessen Kernproblem besteht in der innerseelischen Dynamik, die mit dem subjektiven Erleben von Fremdheit verbunden ist, und ihrer Wiederbelebung in Übertragung und Gegenübertragung. Es gilt, das an frühe Introjekte gebundene Fremdheitserleben des Patienten zu erkennen und die eigene Ambivalenz gegenüber Fremden zu reflektieren.