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Von den ersten Ansätzen Freuds bis heute hat das Unternehmen einer psychoanalytischen Sozialpsychologie eine Reihe konzeptueller Probleme, die sich aus dem Wechsel von der klinisch-therapeutischen zur überindividuell-sozialdiagnostischen Untersuchungsperspektive ergeben, nicht befriedigend lösen können. Dies betrifft auch das Theorem des »gesellschaftlichen Unbewußten«. Diese theoretische Konstruktion setzt sich, so der Autor, dem Verdacht aus, dem Gegenstand Gesellschaft eine Eigenschaft zuzusprechen, mit der ihm psychoanalytische Dignität verliehen und er zum ureigenen Gebiet psychoanalytischer Denkbemühungen erklärt werden soll, ohne daß die Legitimität dieser Zueignung erwiesen worden wäre. In dieser Arbeit wird die Genese dieses Theorems im kultur- bzw. gesellschaftsbezogenen Denken der Psychoanalyse beleuchtet; anschließend setzt sich der Autor mit einflußreichen Beiträgen zur aktuellen Diskussion dieser Kategorie auseinander (Erdheim, Lorenzer, Rohde-Dachser, Leithäuser und Volmerg), um dann zu Schlußfolgerungen über ihre Nützlichkeit und ihren angemessenen Gebrauch im Rahmen psychoanalytisch-sozialpsychologischen Theoretisierens zu kommen.