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Gerhard Dahl hat das psychoanalytische Konzept des primären Narzißmus gegen die empirischen Befunde der Säuglingsforschung verteidigt, indem er im Rahmen einer friedlichen Koexistenz beidem seinen Platz zuweist: Hier die Ebene des Verhaltens, der Objektbeziehung, des Behaviourismus — dort die Sphäre des Erlebens, der Objektbesetzung, der Metapsychologie. Weil es sich um getrennte Gegenstandsbereiche handele, könne die Beobachtung der Mutter-Kind-Interaktion der Idee einer primärnarzißtischen Welt des Säuglings nichts anhaben. Vom einen ins andere gebe es keinen Weg, schon gar nicht einen der Widerlegung oder Bestätigung. Lediglich die klinische Theorie habe die Ergebnisse der Säuglingsforschung zu beachten. Ein metapsychologisches Konzept liefere keine Hypothesen, die etwa empirisch zu verifizieren, zu falsifizieren oder bloß zu differenzieren wären; es diene — wie die gesamte Metapsychologie — lediglich dazu, »psychoanalytisches Denken […] zu ermöglichen«, lautet die selbtreferentielle Begründung: Das Konzept des primären Narzißmus entstamme dem empathischen Nachdenken über »die innere Katastrophe des Lebensbeginns« und deren Verarbeitung im Seelenleben.
Martin Dornes hat diese Selbstverteidigungsstrategie klug kommentiert und ihren dreifach gesicherten Immunisierungscharakter sehr schön herausgearbeitet: Sie dichtet die psychoanalytische Metapsychologie gegen Widerlegung erstens dadurch ab, daß sie das klassische Bewährungskriterium für eine Theorie, die Empirie, schlicht verwirft; zweitens beansprucht sie Immunität auch gegenüber der Falsifizierung abgeleiteter Hypothesen, die in einem modernen wissenschaftstheoretischen Verständnis zumindest zur Modifikation einer Theorie oder zur Einschränkung ihres Geltungsbereichs führen müßten; und drittens verzichtet sie sogar auf Plausibilität im Rahmen einer interdisziplinären Validierung, die für ihre Anschlußfähigkeit im intellektuellen Diskurs nötig wäre. Die Theorie des primären Narzißmus scheint wie ein erratischer Bl