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Der Autor unternimmt den Versuch einer Klärung des häufig verwendeten, jedoch unscharfen Begriffs der klassischen Psychoanalyse bzw. klassischen psychoanalytischen Technik und gibt hierzu einen Überblick über seine Entwicklungsgeschichte. Der Begriff wurde in den 50er Jahren in den USA gebräuchlich und von mitteleuropäischen Immigranten und Flüchtlingen eingeführt. Will zeigt, daß hinter den rein sachlich geführten Auseinandersetzungen dessen, was klassische Psychoanalyse sei - Eisslers Standardmodell des reinen Deutens, das Ideal der Abstinenz, Anonymität, Neutralität und Objektivität - sich die unbewußte Motivation verbirgt, die Traumata zu bewältigen, die die Gewalttätigkeit des Nationalsozialismus, die Zerstörung der Psychoanalyse in Mitteleuropa und Freuds Tod bedeuteten. Erst sekundär entwickelte sich die defensive Macht und Idealisierung der »klassischen« Psychoanalyse, die jedoch historisch gesehen aufgrund ihrer Verzerrungen der Freudschen Grundsätze eher als »neoklassische« Psychoanalyse zu bezeichnen ist. Es wurde ein amerikanischer Freud geschaffen, der mit dem realen Wiener Freud wenig gemein hat.