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Die ungarische Ferenczi-Gesellschaft veranstaltete zum oben genannten Zeitpunkt ihre fünfte internationale Konferenz. Das Kolloquium bildete den ersten Teil einer Vortragsfolge, die vom 12.-13. Mai in London und vom 23.-24. November in Paris fortgesetzt werden wird. Das Budapester wissenschaftliche Plenum stand unter dem Titel »Die verlorene Kindheit«. Die Metapher verweist auf einen Zeitraum, der zwar vergangen ist, in der Erinnerung aber fortbesteht. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Ist die Vergangenheit tatsächlich verloren, wenn sie im Gedächtnis und in der Phantasie noch aktiv weiterlebt? Auf diese Frage könnte die Londoner Konferenz unter dem Titel »Die verlorene Kindheit und die Sprache der Verbannung« beziehungsweise die Pariser Konferenz unter dem Titel »Mutter, Mutterland und Muttersprache« eine Antwort geben.
Die Budapester Konferenz löste großes Interesse aus. Von den USA bis Neuseeland kamen Referenten aus zwölf Ländern und hielten im Rahmen von drei Plenarsitzungen und acht Workshops mehr als siebzig Vorträge. Die große Zahl der interessierten Konferenzteilnehmer kann auch als ein Zeichen dafür gewertet werden, daß die Gedanken Ferenczis noch heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben - einige seiner Überlegungen sogar aktueller denn je sind. Hier denken wir in erster Linie an die Traumatheorie, die fast bei der Hälfte der Plenarsitzungen behandelt wurde. Am ersten Konferenztag konzentrierten sich die Referate des Plenums nahezu ausschließlich auf das Trauma. Am zweiten Tag war der Leitgedanke die verlorene Kindheit. Die beiden Plenumsreferate des letzten Tages versuchten dann sozusagen als Zusammenfassung den Platz zu umreißen, den Ferenczis Schaffen in der Psychoanalyse einnimmt.
Drei Workshops befaßten sich mit dem Trauma. Die Werkstattarbeit »Trauma, Mißhandlung« läßt sich am engsten mit der Arbeit Ferenczis verbinden, während die Arbeitsgruppe »Kriegstrauma und Identität« primär eine sozialpsychologische Annäherung zum Ziel hatte