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Gespräche mit rechtsradikalen Jugendlichen in Berlin zeigen eine bis in die apodiktische Sprache hineinreichende autoritäre Struktur, die von starken Affekten (Neid, Ressentiment, Haß) bestimmt ist. Als Autorität anerkannt werden nicht Erwachsene, sondern die Gruppe oder die Ideologie. Beide ermöglichen ein schuldgefühlfreies omnipotentes Ausleben von Aggression, wobei projektiv verzerrt das Opfer als der Angreifer erscheint und ein paranoides Klima entsteht. Dem steht die Ohnmacht gegenüber, Frustration zu ertragen und zu verarbeiten. Die apodiktische Sprache dient der Abwehr der Frustration des Nichtwissens, die Abhängigkeit von Führerpersonen der Abwehr der Übernahme eigener Verantwortung. Gefürchtet wird die Wahrheit über sich selbst, die verknüpft ist mit einer Einschränkung der Omnipotenz durch die Wahrnehmung des Angewiesenseins auf den fremden Anderen. Das Opfer wird mit diesem projektiv identifiziert. Nach Winnicott ist die darin zum Ausdruck kommende antisoziale Tendenz ein Versuch, eine lenkende Umwelt zu finden, die — wie die Autorin meint — als »Container« in der Lage ist, die Provokation anzunehmen, zu verarbeiten und ein realistisches Selbstbild zu vermitteln.