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Michel Houellebecq wurde mit dem Roman Ausweitung der Kampfzone (1994) zum umstrittensten Autor der französischen Gegenwartsliteratur. Das Buch löste auch in Deutschland (1999) heftige Diskussionen aus. Der Roman Elementarteilchen folgte unmittelbar in deutscher Übersetzung (1999). Beide Texte haben ein gemeinsames Thema: den perfekten Sex, die innere Leere und die Gewalt.
Provozierend ist nicht nur die sezierende Beschreibung der Märkte von Karriere und Sexualität, sondern auch die Schuldzuweisung, die der Autor geradezu herausschreit: die Emanzipation der Frauen, die Selbstverwirklichung auf Kosten der Kinder zerstören die letzten Refugien der Humanität; alles wird austauschbar, und zugleich wächst der Haß als allgemeines Lebensgefühl.
Ohne Zweifel ist Houellebecq ein Provokateur. In seinen eigenen Worten (1999): »Ich gelte in Frankreich als Inkarnation des politisch Inkorrekten.« Und an anderer Stelle: »Meine Bücher werden nicht wörtlich genommen. Anstatt zu lesen, was ich geschrieben habe, werden die Romane in vorher festgelegte Kategorien eingeordnet. Zum Beispiel kritisiere ich das Böse — aber die Leute halten das für einen Scherz« (1999). Diese Bemerkung des Autors verdeutlicht zugleich die irritierende Lesewirkung. Die Sprache ist die der Groteske, voller Hohn und Spott.
Seine Provokation trifft das Zentrum der Probleme: die zunehmende, unverhüllte Gewalt, die sich im Inneren der Gesellschaft ausbreitet — zum Teil als Gewaltphantasien, zum Teil real in Szene gesetzt. Houellebecq zeigt die Gewaltbereitschaft von innen heraus, in seinen Protagonisten. Diese kommen nicht vom Rand der Gesellschaft, sondern aus ihrer Mitte, aus der hochqualifizierten, beruflich erfolgreichen Intelligenz.
Ich stelle die Ausweitung der Kampfzone ins Zentrum meiner Überlegungen, weil hier alle entscheidenden Themen in konzentrierter Form sichtbar werden.
Für die Beurteilung der Aussagen Houellebecqs ist der soziale Ort, die soziologische Position des Geschehens von Bedeutung. Er beschrei