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Mit diesem 1992 in englischer Sprache veröffentlichten Buch setzt Otto F. Kernberg die Reihe seiner Publikationen über Objektbeziehungstheorie und Persönlichkeitsstörungen fort.
Im ersten Teil stellt er expliziter als in Borderline-Störungen und pathologischer Narzißmus die Rolle der Affekte bei der Herausbildung der Triebe dar. Affekte sind seiner Ansicht nach Instinktstrukturen. Der psychische Aspekt der psychophysiologischen
Muster wird so organisiert, daß er die aggressiven und libidinösen Triebe bildet (S. 15). Affekte sind Brückenstrukturen zwischen biologischen Instinkten und psychischen Trieben und nicht nur Abfuhrphänomene. Kernberg betont die Rolle der kognitiven Bewertung beim Zustandekommen eines Affekts. Er gelangt zu dem Ergebnis, daß Affekte die Bausteine der Triebe sind. Eine Auseinandersetzung mit dem Todestriebkonzept bei Freud oder anderen Autoren sucht man jedoch vergeblich. Im Stichwortverzeichnis gibt es nur einen Hinweis auf diesen Begriff. Der im Vergleich zur amerikanischen Ausgabe allgemeinere deutsche Titel hatte in mir die Erwartung einer breiteren Diskussion der Rolle der Aggression und des Todestriebkonzepts entstehen lassen. Kernberg wendet sich dann aber dem Haß zu, der sich aus dem Primäraffekt der Wut ableitet und zum Kristallisationspunkt für den Aggressionstrieb wird (S. 35). Im weiteren geht es um die Entwicklungsschicksale der Wut, die bei bestimmten Patienten mit schweren Charakterpathologien zum Vorherrschen von Haß führen. Eine Paradoxie steht dabei im Mittelpunkt der psychoanalytischen Untersuchung: »das Objektwird letztlichsowohl gebraucht wie ersehnt, ebenso wie seine Zerstörung gleichermaßen gebraucht wie ersehnt wird« (S. 37). Patienten mit dem Syndrom des malignen Narzißmus (narzißtische Persönlichkeit, ich-syntone Aggression, paranoide und antisoziale Tendenzen) und mit »psychopathischer« Übertragung (betrügerisches Verhalten als Grundzug der Übertragung) versuchen ständig, bedeutsame Andere auszubeuten, zu zerstören