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Das Schwarze Quadrat von Malewitsch hat die moderne Kunst geprägt. Der Autor untersucht das Bild in einer werk- und rezeptions-, sodann in einer schaffensorientierten Perspektive. Der werkorientierte Zugang erfordert zunächst eine methodische Reflexion, da es gegenstandsunbezogen, nicht-repräsentational ist und sich einem deutungsgebundenen Sehen entzieht; an dessen Stelle schlägt er eine bildoberflächeorientierte Zugangsweise vor. In einem solchen Sehweg löst sich die anfängliche Ruhe und Statik des Bildes in eine entgrenzende dynamische Potentialität auf. Rezeptionsorientiert betrachtet, konstituieren seine beiden zentralen Momente (gegenstandslose Ruhe, entgrenzende Dynamik) sein Ambivalenzpotential mit den Polen »lustvoll-befreites Schweben« und »angstvoll-haltloser Schwindel«. Das läßt sich mit einer Identitätskonzeption rekonstruieren, in der Identität dialektisch als Leistung und Abwehr zugleich verstanden wird. Schaffensorientiert zeigt sich bei einem Vergleich mit vorangehenden Werken, daß seine Entstehung ein in eins de-struktiver wie kreativer Akt ist, in dem Malewitsch die traditionelle wie seine eigene bisherige Kunst zerstört und neu schafft. Psychoanalytisch läßt sich das so verstehen, daß er in diesem seine Identität transformierenden Akt seinen Container »Kunst«, der ihm bisher zum Malen zur Verfügung stand, zerstört und neu geschaffen hat.