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Die Zeitschrift Neuro-Psychoanalysis erscheint seit 1999, herausgegeben von dem Londoner Psychoanalytiker Mark Solms und dem New Yorker Psychoanalytiker Edward Nersessian. Etwa zeitgleich wurde die Internationale Neuropsychoanalytische Gesellschaft gegründet. Beide sind im Internet mit einer Web-Seite vertreten (neuro-psa.com), die auch ein lebhaft frequentiertes Online-Diskussionsforum umfaßt. Das Journal erscheint in halbjährlichen Abständen im renommierten akademischen Verlag International University Press.
Neuro-Psychoanalysis ist im internationalen Spektrum wissenschaftlicher Journale eine singuläre Erscheinung, da sie sich explizit der Diskussion zweier verschiedener wissenschaftlicher Welten und deren Verbindung widmet. Bekanntlich hatte Freud, der selbst eine Reihe neurowissenschaftlicher Arbeiten verfaßte, zeit seines Lebens die Vision, daß seine psychologischen Vorstellungen vom »seelischen Apparat« sich eines Tages mit Hilfe neurowissenschaftlicher Konzepte verifizieren ließen. Hat sich diese Hoffnung auch so nicht erfüllt, bietet die hier vorgestellte neue Zeitschrift doch erkennbar die faszinierende Chance, zur Übersetzungsarbeit der verschiedenen konzeptuellen Ebenen von Neurowissenschaften und Psychoanalyse beizutragen.
Der Anspruch der Herausgeber ist hoch. Schon die in beiden Editorial Boards erscheinenden Namen - darunter der Nobelpreisträger Eric Kandel und prominente Wissenschaftler wie Antonio Damasio, Joseph LeDoux, Jaak Panksepp und Daniel Schacter für die Neurowissenschaften, Jacob Arlow, André Green, Otto Kernberg und Arnold Modell für die psychoanalytische Seite - zeigen, daß hier der Versuch unternommen wird, an der vordersten Front der jeweiligen Wissenschaft Austausch auf höchstem Niveau zu praktizieren. Aus dem deutschsprachigen Raum sind zwei Max-Planck-Neurowissenschaftler, Wolf-Dieter Heiss aus Köln und Wolf Singer aus Frankfurt, sowie Marianne Leuzinger-Bohleber als Analytikerin vertreten.
In den hier besprochenen ersten drei Hefte