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Im letzten Aufsatz der vorliegenden Sammlung beschreibt Eugenio Gaddini den Forschungsprozeß der Psychoanalyse und die aus ihm hervorgehenden Veränderungen von Analytikern und ihren Patienten als eine Reise, »deren Stationen durch ihre Entdeckungen und Erfahrungen unterwegs abgesteckt werden« (S. ). Auch die Kapitel dieses Bandes lassen sich im Bild einer solchen Reise beschreiben. Und, um es gleich zu sagen, mit Gaddini durch das Land der Psychoanalyse zu reisen ist manchmal durchaus langwierig und anstrengend. Für diese Strapazen wird man aber immer wieder durch überraschende Einblicke in bisher unbekanntes Gebiet und höchst interessante, neue Pfade durch vertrautes Terrain entschädigt.
Vielen Analytikern der älteren Generation wird der 1985 im Alter von erst 69 Jahren verstorbene Italiener Eugenio Gaddini bekannt sein. Wie Jaqueline Amati Mehler in ihrem Vorwort zu dieser ersten ins Deutsche übersetzten Auswahl aus seinen Scritti schreibt, war Gaddini ein charismatischer Analytiker, der kreative Denkprozesse mit wissenschaftlicher Strenge zu verbinden wußte. Sein Rat an seine Kandidaten, ihre Ideen zu skizzieren und zu bewahren, bis ihre Verbindungen Gestalt annehmen, paßte ganz und gar zu seiner wissenschaftlichen Haltung, »das Werden dessen zu achten, was sich ungestaltet und bruchstückhaft auf dem Weg zur Integration befindet« (S. ). Begegnet man Gaddini in dieser Aufsatzsammlung zum ersten Mal, fällt die fruchtbare Wechselwirkung auf zwischen einer unerschrockenen Aufgeschlossenheit und Neugier gegenüber den scheinbar entlegensten psychischen Phänomenen einerseits und einer gewissen »Trockenheit« seiner theoretischen Ausführungen andererseits. Gaddini hat, wie Gemma Jappe in ihrer Einleitung berichtet, in seinen analytischen Sitzungen am Schreibtisch im rechten Winkel zur Couch gesessen. Gleichzeitig war er, wie seine Fallbeispiele durchscheinen lassen, sehr fein berührbar. Vielleicht brauchte seine psychische Welt das eine wie das andere.
Die beiden Herausgebe