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»Es ist wie ein Wunder! Tausend Male habe ich es erfahren, und doch bleibt es mir ewig neu. Die einen werfen mir vor, daß ich ein Jude sei; die andern verzeihen mir es; der dritte lobt mich gar dafür; aber alle denken daran. Sie sind wie gebannt in diesem magischen Judenkreise, es kann keiner hinaus.«
In der Gruppenanalyse begegnet man einem Phänomen, das immer wieder ein Staunen auslöst, obwohl es recht bekannt ist und auch theoretisch auf vielfältige Weise untersucht wurde: In ihrer Persönlichkeit völlig unterschiedliche Teilnehmer finden sich unversehens in der gleichen gruppendynamischen Position, nehmen den Gruppenprozeß in einer ähnlichen Weise wahr und teilen der Gruppe, wenn auch mit anderen Worten, fast identische Inhalte mit. So ist es mir beim Lesen der Diskussionsbeiträge von H. Will und E. Th. Haas gegangen und deswegen vermute ich, daß wir es in der Debatte auch mit einem Gruppenprozeß zu tun haben. Jeder Diskutant setzt sich auf seine eigene Weise mit meinem Kommentar auseinander, und zugleich drängt sich mir eine innere Verbindung zwischen beiden auf, gleichsam eine innere Nähe, um nicht zu sagen Einigkeit: Während H. Will schlicht und einfach (voraus-)setzt, Freud habe eine »radikale Trennung der Wissenschaft von der Religion« vollzogen und jeglicher Versuch, sein Verhaftetsein in der jüdischen Tradition nachzuweisen, würde diese großartige Leistung relativieren oder gar rückgängig machen, kommt E. Th. Haas aus einer anderen Richtung, um aber die gleiche Kritik und Sorge auszudrücken: Ich würde die Psychoanalyse »in toto der jüdischen Tradition einzugliedern« versuchen. Beide Diskutanten kritisieren, Freud würde in meinem Kommentar als noch durchaus in einem religiösen Denken behaftet dargestellt; aber es geht ihnen insbesondere um die Rolle und Bedeutung der jüdischen Tradition im Denken Freuds und in der Psychoanalyse. Das ist der springende Punkt, die Quelle der Vehemenz ihrer Kritik