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In der Psychoanalyse erheben heute eine Vielzahl konkurrierender, sich aber immer auch auf Freud berufender theoretischer Ansätze den Anspruch, normale und pathologische Entwicklungen von Individuen sowie von Gruppen beschreiben, verstehen, erklären und therapeutisch behandeln zu können. In dieser zuweilen als babylonisch bezeichneten Situation der Sprachverwirrung ist es daher begrüßenswert, mit einem Forschungsansatz bekannt gemacht zu werden, der diesen Zustand nicht verleugnet oder durch einen theoretischen Parforce-Ritt zu überwinden trachtet, sondern einen methodischen Beitrag leistet, um mit dieser Vielfalt besser — klärend — umzugehen. Drehers Begründung der Notwendigkeit systematischer konzeptueller Forschungsprogramme in der Psychoanalyse liest sich zugleich als klare, konzise Einführung in das allgemeinere Thema »Forschung in der Psychoanalyse« und mündet in die Diskussion vorliegender konzeptueller Forschungsansätze, die der Verwendung psychoanalytischer Konzepte, speziell auch in der klinischen Situation, nachgehen.
Um das Wechselspiel von Empirie und Theorie in der Psychoanalyse angemessen zu erfassen, müßte ein Instrumentarium eingesetzt werden, daß nicht allein formalen Sprachspielen oder den Maximen der quantitativ-empirischen Methoden verhaftet bleibt, sondern das den Gehalt psychoanalytischer Konzepte zu erforschen, zu erhalten und zu verändern trachtet. In der am logischen Empirismus Carnaps oder kritischen Rationalismus Poppers orientierten empirischen Forschung in der Psychoanalyse herrscht die Meinung vor, daß die »hypothesentestende, Befunde kumulierende empirische Forschung […] der alleinige Weg wissenschaftlichen Fortschritts [sei]« S. 38), und daß sich »der Forschungsprozeß als Ganzes […] streng systematisieren und normieren [lasse]« (S. 38). Dem hält Dreher entgegen, daß sich der theoretische wie konzeptionelle Wandel in der Psychoanalyse besser vor dem Hintergrund der wissenschaftstheoretischen Position Kuhns erfassen ließe, der den wisse