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Presse und Medien haben heute als vierte Macht neben Regierung, Parlament und Rechtsprechung bekanntlich einen großen Einfluß. Sie bestimmen und kommentieren gleichermaßen die öffentliche Meinung. Dies gilt vor allem für die Bereiche Politik und Wirtschaft. Aber auch die Wissenschaft ist in vielen populärwissenschaftlichen Beiträgen regelmäßig Gegenstand der Berichterstattung. Neben Naturwissenschaft und Technik wird auch über die Geisteswissenschaften berichtet. Hin und wieder werden auch wichtige Neuerscheinungen aus dem Bereich der Psychoanalyse für wert erachtet, rezensiert oder zitiert zu werden. Geschieht dies, dann kann der Autor das Gefühl haben, einen beachtlichen Beitrag für die Öffentlichkeit geleistet zu haben.
Künstler, ob nun Musiker, Maler oder Schriftsteller, sind im allgemeinen begierig darauf, zu hören, wie ihre Darbietungen in der Presse angekommen sind. Aber auch Wissenschaftler interessiert es, ob ihre Publikationen rezensiert werden und wenn ja, wie kritisch sie von den geschätzten Fachkollegen eingeschätzt werden.
So müßte es eigentlich auch bei den ersten Psychoanalytikern in Wien gewesen sein. Daß dem so war, können die Autorinnen anhand ihrer zeitaufwendigen und gründlichen Durchsicht einschlägiger Zeitschriften und Zeitungen wissenschaftlich belegen. Um so mehr erstaunt, aus der Feder des Begründers der Psychoanalyse zu lesen:
»Unterdes wurden meine Schriften in der Fachliteratur nicht referiert oder, wenn dies ausnahmsweise geschah, mit höhnischer oder mitleidiger Überlegenheit zurückgewiesen« (Freud 1914d: »Zur Geschichte der psychoanalytischen Bewegung«) oder: »Durch mehr als ein Jahrzehnt nach der Trennung von Breuer hatte ich keine Anhänger. Ich stand völlig isoliert. In Wien wurde ich gemieden, das Ausland nahm von mit keine Kenntnis« (Freud 1925d: Selbstdarstellung).
Wie erklärt sich dieser Widerspruch? Einerseits wurden die Arbeiten der damaligen Analytiker regelmäßig in Zeitschriften rezensiert. Andererseits schrieb Freud, er sei nich