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Die Implementierung dieses immer noch neuen, obwohl inzwischen schon einige Jahre alten Facharztes für Psychotherapeutische Medizin in die Versorgungslandschaft der Bundesrepublik ist weiterhin mühsam. Im Zusammenhang mit dem neuen einheitlichen Bemessungsmaßstab (EBM) flammen jetzt wieder Diskussionen auf, die von fortbestehenden Zweifeln seitens somatischer wie psychotherapeutischer Kollegen an der inhaltlichen Ausgestaltung dieser Gebietsbezeichnung motiviert sind. Von den Vertretern der gegenwärtigen Fassung der Psychotherapeutischen Medizin werden, um diesen Zweifeln zu begegnen, vor allem zwei Schlagwörter benutzt: daß nämlich die in diesem Facharzt verkörperte Vorstellung von Psychosomatik »integrativ« und »nicht methodenzentriert« sei.1 Diese beiden Schlagwörter eignen sich nun auch dazu, die schwerwiegende Kritik der Zweifler zusammenzufassen.
Das erste Schlagwort ist »integrativ«. Darunter wird verstanden, daß sowohl die Somatik als auch die Verhaltenstherapie und die analytische Psychotherapie in diesem Facharzt »integriert« seien. Körperliche Untersuchung, medikamentöse Behandlung, die Kombination von verhaltenstherapeutischen und psychoanalytischen Elementen: alles kein Problem. Hier werden offenkundig Integration und Omnipotenz miteinander verwechselt. Während die Medizin insgesamt ja seit ihrer Entstehung mit einem Omnipotenzanspruch kämpft und diesen in der Auseinandersetzung mit den die Omnipotenz stets begleitenden destruktiven Schattenseiten immer wieder aufs neue in eine humane Haltung zu überführen sucht, zieht auf einmal ein Facharzt alleine eine zu allem Überfluß auch noch personenzentrierte Omnipotenz auf sich. Die Destruktivität dieses Ansatzes liegt darin, daß er potentiell auf all die »methodenzentrierten«, in ihrem Handwerkszeug vermeintlich nicht zum Wohle der Patienten eingeschränkten Kollegen, die entweder nur somatisch, nur verhaltenstherapeutisch oder nur psychoanalytisch arbeiten, verzichten zu können meint.
Dabei wird übersehen, daß