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Der Körper und das subjektive Körpererleben erfahren in verschiedenen Fachdisziplinen - wie den Kulturwissenschaften, der historischen Anthropologie, den Genderstudies und der Psychosomatik - eine kaum noch zu übertreffende publizistische Renaissance. Auch im Alltag ist der Körper der bevorzugte Ort immer neuer und spektakulärer Praktiken wie dem Piercing und Branding, aber auch den schon alltäglich gewordenen Formen des Body building und Body streching. Und wie steht es um den Körper in der Psychoanalyse?
Freud entdeckte den Körper der Hysterikerinnen als Darstellungsort symbolischer Botschaften und traumatischer Szenen. Er stieß damit auf den Körper als Schnittstelle zwischen dem Physischen und dem Sozialen. Diese Schnittstelle ist auch der Ausgangspunkt der Autorin. Anhand zweier Grundtexte der abendländischen Zivilisation - der Ilias und der Odyssee - zeigt sie die Verbindung von Körper- und Selbstvorstellung auf und zeichnet die Entwicklung des heute vorherrschenden Körper- und Selbsterlebensmusters nach, das sich im Zuge des westlichen Distanzierungsprozesses vom Körper ausbildet. Am Übergang von einer dezentrierten zu einer zentrierten (Behälter-)Körpervorstellung, wie er sich in den mythischen Erzählungen darstellt, wird das Aufkommen des abgegrenzten, autonomen Selbst als kultureller Vorstellung herausgearbeitet. Schmitz' phänomenologisches Konzept eines verleiblichten Erlebens wird ergänzend herangezogen, um die mit der Konstitution der modernen Selbstvorstellung einhergehende Internalisierung von Gefühlen und des Leib-Seele-Dualismus darzustellen. Im Verlauf dieses Internalisierungsprozesses wird, so hebt die Autorin hervor, »die Auffassung