You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Erich Fromm (1900-1980), einer der großen Sozialpsychologen der zweiten nachfreudschen Psychoanalytiker-Generation, teilt das Schicksal von Klassikern. Seine Schriften sind, einschließlich der nachgelassenen, in einer beeindruckenden - von Rainer Funk hervorragend edierten - Gesamtausgabe zugänglich. Und doch scheint sein Denken in den gegenwärtigen Theorie-Diskussionen nur eine randständige Rolle zu spielen. Das dürfte mindestens zwei besondere Ursachen haben. Zum einen kreisen diese Diskussionen, ungeachtet der ursprünglichen thematischen Breite des Freudschen Ansatzes, meist um im engeren Sinn klinische Fragen, zu denen sich Fromm nur wenig geäußert hat. Zum anderen ist Fromms Werk mit einer Kritik an Freuds Theorie verbunden, die ihm das Etikett eines »Revisionisten« eingetragen hat.
Beide Eigentümlichkeiten des Frommschen Denkens wirken innerhalb der psychoanalytischen Theoriediskussion offenbar zentrifugal. Fromms Breitenwirkung beruht denn auch vor allem