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Der gemeinsame Titel der anzuzeigenden drei Bände des in Paris lebenden Philosophen und Psychoanalytikers Alain Juranville weist bereits darauf hin, daß das Denken der Existenz eine zentrale Rolle spielt. Tatsächlich zieht sich die Auseinandersetzung des Autors mit der Existenzphilosophie, angefangen mit Kierkegaard über Heidegger bis zu Levinas und Lacan, dessen Werk, was den philosophischen Gehalt betrifft, Juranville dieser Denkrichtung zuordnet, durch das ganze Buch hindurch. Er mißt auch Hegel eine bedeutsame Rolle zu, einerseits, weil er in ihm nicht nur einen Metaphysiker, sondern auch einen Vorläufer der Existenzphilosophie sieht, andererseits weil Hegels Denken dadurch, daß es den Erfahrungsweg des Subjekts zum Wissen und die damit einhergehenden Täuschungen des Bewußtseins beschrieben hat, mit der Theorie des psychoanalytischen Diskurses wesensverwandt ist. Die drei Bände sind mit »L'altérité«/»Die Andersheit«, »Le jeu«/»Das Spiel« und »L'inconscient«/»Das Unbewußte« benannt. Dem Denken des Unbewußten kommt dabei eine Schlüsselstellung zu. Zwar ist es seit Levinas, und natürlich noch mehr seit Lacan, nicht mehr außergewöhnlich für die Philosophie, daß das Unbewußte thematisiert wird; außergewöhnlich, ja bahnbrechend ist dagegen die Art, wie Juranville es zum Herzstück seines Verständnisses des philosophischen Diskurses macht. Ist in traditionellen Auffassungen das Unbewußte das, was der Autonomie des Subjekts eine Grenze setzt, es an eine Heteronomie ausliefert, die dem Ideal der Philosophie nach Selbsttransparenz widerspricht, so denkt Juranville umgekehrt: erst mit dem Unbewußten, dem Anderen des Subjekts, kann Autonomie wirklich gedacht werden. Und er fügt dieser These gleich zwei weitere dazu, wenn er sie als eine in den zwischenmenschlichen Beziehungen situierte versteht, und wenn er die Wahrheit an diesem Ort des Anderen lokalisiert. Diese kühnen Behauptungen gewinnen im Laufe der Lektüre an Überzeugungskraft. Als praktizierender Analytiker weiß Jura