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Der Frage, was ein Geständnis sei, versucht sich der Autor zu nähern, indem er die Figur des Rodion Raskolnikow in Dostojewskis Roman Schuld und Sühne vor dem Hintergrund der psychoanalytischen Konzeption des Geständniszwangs von Theodor Reik analysiert. Seine Untersuchung ergibt, daß die psychoanalytische Theorie des Geständniszwangs einen blinden Fleck aufweist: Sie vermengt das »eigentliche« Geständnis als Sprechakt gegenüber einer staatlichen Instanz bzw. Rechtsinstitution mit dem »uneigentlichen« Geständnis in Interaktion mit einem Subjekt; sie verkennt also, daß es beim formalen Geständnis nicht um eine intersubjektive Beziehung geht, in der der Richter die Vaterrepräsentanz verkörpert, sondern um die Beziehung zu einer Institution, in der das Vateramt und die Überschreitung einer Grenze zentral sind. Am Beispiel Raskolnikows zeigt Niehaus, daß dieser einen Gründungsmord, einen Mord am Verbot (Legendre) begehen wollte, er jedoch gerade aufgrund der Verleugnung der Institution und des Zusammenhangs von Verbrechen, Strafe und Schuld die Gegenwärtigkeit der Institution erfuhr. Niehaus liefert eine Ausformulierung der Mechanismen beim Geständnis und Geständniszwang wie auch einen Beitrag zur Psychologie der Institution.