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Die Autorin unterscheidet zwischen einer klassifizierenden Diagnostik, die Krankheitserscheinungen wie mit sich selbst identische Naturgegenstände behandelt, und einer konzeptualisierenden Diagnostik, die den Menschen als mit sich selbst identisch und zugleich als von sich selbst unterschieden faßt. Mit dieser dialektischen Sichtweise kritisiert Landis die atomisierende ICD-10- und DSM-IV-Diagnostik und setzt ihr die psychodynamische Diagnostik, die sich aus Vergangenheits-, Gegenwarts- und Zukunftsachsen zusammensetzt, entgegen. Die dialektische Gegensätzlichkeit des Menschen zeigt sie in der Trieb-Verdrängungs-Dialektik auf, die sie später mit der Lebenstrieb-Todestrieb-Dialektik gleichsetzt. Von diesem Standpunkt aus kritisiert Landis die bisherige Praxis des psychoanalytischen Diagnostizierens: Es werde nicht erkannt, daß unsere vermeintlich subjektiven Neigungen einem objektiven Gesetz als dem der Subjektivität eigenen Anderen gehorchen.