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Der Autor plädiert in Anlehnung an die Arbeiten von Jean Laplanche für eine Neubewertung der Triebtheorie. Entgegen der weitverbreiteten Ansicht, die Trieblehre sei veraltet, sollen ihre unausgeloteten Potentiale herausgearbeitet werden. Grundlegend für diese Lektüre ist die Unterscheidung zwischen Instinkt und Trieb. Dieser ist weder als eine nicht weiter ableitbare biologisch-endogene Realität noch als eine bloße gesellschaftliche Zutat zu verstehen. Es entsteht vielmehr durch die unumgängliche Konfrontation des Kindes mit dem unbewußten Begehren der Erwachsenen. Solchermaßen intersubjektiv konstituiert, ist der Trieb die »Sprache des Anderen«, die ein Leben lang einer nie vollständig gelingenden und unabschließbaren Übersetzungsaufgabe unterliegt.