You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Autorin hinterfragt Sterns Auffassung einer primären psychischen Abgegrenztheit des Säuglings von seiner Umwelt, die sie mit Winnicotts Konzept einer vorgängigen Erfahrung der Ungeschiedenheit kontrastiert. Anschließend wendet sie sich Alfred Lorenzer zu, der mit seiner Theorie der Interaktionsformen als leib-seelische Gebilde die Vorstellung einer ursprünglichen Subjekt-Objekt-Trennung aufgibt und zugleich die Grenze zwischen Natur- und Kulturwissenschaft, zwischen Neurophysiologie und Psychoanalyse, aufhebt. Das Beispiel okkulter Phänomene: die Erfahrung mit einer Hellseherin, dient der Autorin dazu, das Zusammenspiel von dyadischen Reiz-Reaktions-Zirkeln zwischen Mutter und Kind zu verdeutlichen, zu zeigen, wie die Partizipanten einer Dyade sich in einer totalen Identität mit der Szene befinden. Niedecken legt mit Lorenzer und unter Hinzuziehung neurophysiologischer Untersuchungen dar, daß erst mit dem Spracherwerb, im Herausdifferenzieren von Selbst- und Objektrepräsentanzen, das Subjekt sich selbstreferentiell als Subjekt einer Szene erkennen kann und sich als Subjekt konstituiert.