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Die Bindungsforschung hat sich in den vergangenen Jahren in unterschiedliche Forschungsfelder verzweigt. Aus dem durch die Arbeiten von Ainsworth erschlossenen Beobachtungsfeld der Mutter-Kind-Beziehung und der Typisierung des kindlichen Bindungsverhaltens ist ab Mitte der 80er Jahre die Klassifikation der mentalen Repräsentation von Bindung im Erwachsenenalter entstanden. Das Interesse an den Fragen der mentalen (psychischen) Repräsentation und der symbolischen Vermittlung früher Beziehungserfahrungen - im vorliegenden Sammelband im Beitrag von M. Main (S. 165ff.) beschrieben - hat Bindungsforschung und Psychoanalyse wieder stark angenähert. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich im Bereich der Entwicklungspsychopathologie ab. Zahlreiche Studien haben sich in den vergangenen Jahren mit Zusammenhängen zwischen Bindungsentwicklung und psychischen Störungen im Kindes- wie im Erwachsenenalter befaßt. Neben diesen klinischen Fragen wurden in der Bindungsforschung psycholinguistische Themen (Zusammenhänge zwischen sprachlicher Entwicklung und Bindungsentwicklung) sozialpsychologische und neuerdings auch psychobiologische Fragestellungen untersucht. Daß es trotz dieser Ausweitung und Diversifizierung nicht zu einer theoretischen Zersplitterung der Bindungsforschung gekommen ist, zeigt der vorliegende Sammelband, der die Beiträge einer internationalen Konferenz enthält, die im Juli 2000 in München anläßlich des 10. Jahrestages der Internationalen Förderung der Bindungsforschung durch die Köhler-Stiftung in Darmstadt stattfand.
Die Beiträgedes Bandes lassen sich vier großen Themen zuordnen: Bindung und Sprachentwicklung, neue Methoden in der empirischen Bindungsforschung, Grundfragen der Bindungsforschung und klinische Anwendungen. Da die Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung den Veranstaltern der Tagung ein besonderes Anliegen war, spiegelt sich dies auch in der Zusammenstellung der Beiträge wider. Die größte Zahl der Beiträge befaßt sich mit zentrale