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Die Anwendung der Bindungstheorie auf die psychotherapeutische Klinik kann sicher zu Recht beanspruchen, an die ureigensten Ziele ihres Begründers, John Bowlby, anzuknüpfen. Insofern steht die Monographie über Bindungsstörungen von Karl Heinz Brisch in der Tradition klassischer Bindungstheorie. Das Vorhaben ist um so wichtiger und vielversprechender, als in den zurückliegenden Jahrzehnten Bowlbys Konzepte in der entwicklungspsychologischen Bindungsforschung weiterentwickelt und ergänzt wurden und die Ergebnisse dieser empirischen Forschung in den klinischen Kontext zurückübersetzt werden müssen.
Bislang wurde die Bindungsforschung sicherlich am stärksten im klinischen Kontext der Psychoanalyse rezipiert, aus dem sie ursprünglich auch stammt. Verhaltenstherapeuten beginnen zwar ebenfalls, sich für Bindungsforschung zu interessieren; es bedarf jedoch wohl noch größerer Anstrengungen, um die Ergebnisse der Bindungsforschung in die verhaltenstherapeutische Behandlungstheorie zu übersetzen.
Allerdings wäre es ein Irrtum anzunehmen, daß die Anstrengung einer solchen Rückübersetzung der Ergebnisse der Bindungsforschung in die klinische Behandlungstheorie sich im Falle der Psychoanalyse erübrigen würde. Das Gegenteil ist der Fall. Auch wenn man die Differenzen der wissenschaftstheoretischen Voraussetzungen der Bindungstheorie