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Die publizistische Entdeckung der von dem englischen Psychoanalytiker Bowlby formulierten Bindungstheorie ist in den letzen Jahren auch im deutschen Sprachraum kaum übersehbar. Die fast explosionartige Forschungs- und Publikationsaktivität auf dem Gebiet der Bindungsforschung macht es dem interessierten Praktiker und Forscher inzwischen schwer, einen Überblick über den aktuellen Stand der Theorie- und Forschungsentwicklung zu gewinnen.
Gabriele Gloger-Tippelt greift aus dieser umfangreichen bindungstheoretischen Wissensansammlung in ihrem Buch die neueren Forschungsentwicklungen heraus. Sie gibt einen fundierten und gut überschaubaren Einblick in das Grundlagenwissen, die Erhebungsmethoden und bedeutsame anwendungsbezogene Forschungsrichtungen der Bindungsforschung im Erwachsenenalter. Nicht zu übersehen ist der Schwerpunkt des Buches auf dem Erwachsenen-Bindungs-Interwiew, dem die Autorin 7 von 15 Kapitel widmet. Damit scheint allerdings dessen Bedeutung ein gebührender Platz eingeräumt worden zu sein, der dem Leser erlaubt, ein tiefgreifendes Verständnis des Interviews zu erlangen, was im deutschen Sprachraum sicherlich einmalig ist.
In den Kapiteln eins bis drei werden dem Leser Grundlagenkenntnisse der Bindungstheorie vermittelt. Im Vordergrund steht hier die historische Einbettung und die Beschreibung des Konstrukts der Bindungsrepräsentation mit interessanten Ausführungen zu den neueren konzeptuellen Anregungen und Entwicklungen. Im ersten Beitrag werden von Mary Main in einer übersichtlichen Systematisierung die drei wesentlichen historischen Entwicklungsphasen der Bindungstheorie erläutert. Diese Entwicklung, die sich von einem biologisch begründeten, später durch Mary Ainsworth erstmals empirisch fundierten Ansatz hin zu einer Vernetzung mit innerpsychischen Prozessen bewegt, weist vor allen Dingen