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Manfred Endres und Susanne Hauser richten sich mit ihrem Buch an Ausbildungskandidaten und praktizierende Psychotherapeuten, die sich für die klinische Nutzanwendung der von John Bowlby formulierten Bindungstheorie interessieren. Die Autoren greifen ein Thema auf, dem die psychotherapeutische Fachwelt vor noch einem Jahrzehnt sicherlich mit Überraschung und ablehnender Skepsis begegnet wäre. Inzwischen ist dem informierten Leser jedoch bekannt, daß dieses ausgrenzende Desinteresse einer zunehmend offenen Auseinandersetztungsbereitschaft gewichen ist. Nun scheint es aber so, daß sich diese neu aufgeworfene Frage nach dem klinisch-therapeutischen Beitrag der Bindungstheorie zunächst einmal die Bindungstheoretiker in ihren eigenen Reihen gründlich stellen müssen. Das Buch von Endres und Hauser gehört gemeinsam mit den beiden ein Jahr zuvor erschienenen Büchern von Rehberger und Brisch zu den ersten drei deutschsprachigen Werken, in denen diese Aufgabe explizit behandelt wird. Dieses Neuland ausreichend ergiebig zu erobern mag auf den ersten Blick nicht ganz einfach erscheinen, zumal Bowlby selbst zu dem Thema Bindungstheorie und Psychotherapie relativ wenig geschrieben hat. Mittlerweile blickt die Bindungsforschung jedoch auf die Errungenschaften langjähriger Bemühungen um eine konzeptuelle und methodische Weiterentwicklung des bindungstheoretischen Ansatzes zurück, die es durchaus lohnenswert machen, die Bindungstheorie auf ihre klinische Relevanz hin zu überprüfen.
Endres und Hauser informieren den Leser in einer eher leicht verständlichen und gut lesbaren Lektüre über theoretische Grundlagen, klinische Implikationen und ausgewählte klinische Anwendungsmöglichkeiten der Bindungstheorie. Die Darstellung von insgesamt vier Fallpräsentationen, die fast ein Drittel des Buches füllen, verleiht dem Buch einen besonders anschaulichen Praxisbezug. Der Schwerpunkt