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Man lasse sich nicht von dem Titel des Buches abschrecken. Baustelle des Selbst - das weckt konkretistische Vorstellungen von Machern, die nach exakt vorherberechnetem Plan abreißen, ausschachten, Fundamente legen und Bauwerke herstellen: eine sperrige Vorstellung im Zusammenhang mit psychischen Prozessen in der analytischen Situation. Der Untertitel Psychisches Wachstum und Kreativität in der analytischen Kinderpsychotherapie setzt denn auch rein sprachlich einen Kontrapunkt, der eher trifft, worum es in diesem Buch geht. Denn die »Baustelle« im Titel nimmt Bezug auf eine Kinderbehandlung, in der das Baustellenspiel als die dingliche Gestaltung von im Bereich der Phantasie angesiedelten komplexen Spielen im Winnicottschen Sinne eine Art bassum continuum darstellte. Diese »Baustelle«, die sich dadurch auszeichnete, daß ein Bauwerk niemals fertig wurde, dient der Autorin als Symbol für das »werdende Selbst« in einem »therapeutischen Begegnungsraum« (S. 12ff.).
Im Vorwort stellt Lore Schacht ihr Buch als eine »Hommage an Winnicott« vor. Dies ist der entscheidende Hinweis auf das, was den Leser erwartet: eine reichhaltige kinderanalytischklinische Veranschaulichung und darauf bezogene feingliedrige theoretische Betrachtung dessen, was Winnicott mit den Begriffen »Übergangsphänomene« und »potentieller« bzw. »intermediärer Raum« zu fassen versucht. Daß das Buch formal eine Zusammenstellung von Essays ist, die in der überwiegenden Zahl bereits andernorts und zu unterschiedlichen Zeiten veröffentlicht