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Peter Schneider, Analytiker im Züricher Psychoanalytischen Seminar, bekannt durch ebenso kritische wie ironisch-amüsante Essays, legt hier eine kleine, inhaltlich aber umfangreiche Freud-Biographie vor, welche nicht nur interessierten Laien die vertiefte Einführung in Freuds Leben und Werk bietet, sondern auch dem Sachkundigen einerseits Neues liefern kann und andererseits verblaßtes Wissen wieder aufzufrischen hilft.
Mit Nachdruck und ganz im Sinne psychoanalytischer Geschichtsschreibung, wie sie sich auch in jeder analytischen Kur ereignet, weist Schneider von Anfang an auf die unabdingbare Verknüpfung von persönlichem Schicksal und Ausrichtung eines Lebenswerks hin, was sich, wie man annehmen sollte, im Falle Freuds von selbst verstehen müßte. Hat doch der Schöpfer der Psychoanalyse nicht nur die Tragweite seiner Methode und die daraus gewonnenen Befunde über das verborgenste menschliche Seelenleben auch an sich selbst angewandt und überprüft, sondern, umgekehrt, einen Großteil seiner Erkenntnisse erst durch Introspektion und »Selbstanalyse« seiner akribisch durchforsteten Lebensgeschichte gewonnen. Abgesehen von ihrem wissenschaftlichen und medizinischen Wert haben diese einer fanatischen Wahrheitsliebe verpflichteten Selbstzeugnisse nicht zuletzt dazu geführt, daß Freud einen herausragenden Platz innerhalb einer so zu nennenden Bekenntnisliteratur einnimmt und in dieser Hinsicht einem Augustinus oder einem J.-J. Rousseau gleichzusetzen ist.
Aber gerade als Analytiker weiß Schneider um die Problematik sowohl